Wiener Busbahnhof – Chaotische Stadtplanung

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  • Eigentlich müsste man den Begriff "Wiener Busbahnhof" in die Mehrzahl setzen, denn Wien hat -zwangsweise - mehrere Orte, die diesen Namen verdienen würden, wären sie auch als solche richtig ausgestattet. Sie sind es aber nicht:

    1. VIB - Vienna International Busterminal
    Laut Website des Betreibers Blaguss ist dies der größte und bedeutendste Busbahnhof Österreichs. Er liegt unterhalb der Wiener Südost-Tangente, der meistbefahrenen Autobahn des ganzen Landes. Eine weniger ansprechende Busendstelle ist kaum vorstellbar und entspricht dem, was man sich von Busstationen des ehemaligen Ostblocks erwarten würde. (Wenn Sie bei Dunkelheit ankommen und noch dazu das Pech haben, dass es gerade regnet, werden Sie sicher nicht glauben, in einer Weltstadt zu sein.)

    2. Busbahnhof Süditroler Platz
    Der Ort für diesen Busbahnhof wäre ideal gewesen, da er in unmittelbarer Nähe zum neuen Wiener Hauptbahnhof liegt. Das Problem ist jedoch, dass dieser Busbahnhof platzmäßig sehr eingeschränkt ist, ein richtiges wenn auch kleines Gebäude als Warteraum mit Ticketschaltern geht sich hier nicht aus.

    3. Busbahnhof Stadion Center
    Ein Ort, der nicht für einen richtigen, einen großen Busbahnhof vorgesehen war und somit auch nicht wirklich dafür geeignet ist.
    Alle drei Orte sind mittels U-Bahn gut erreichbar, aber als zentraler Busbahnhof völlig ungeeignet.

    Nun wird jedoch schon seit geraumer Zeit ein geeigneter Ort gesucht, genau genommen ist die gesamte Geschichte eine einzige Blamage der Wiener StadtpolitikerInnen. Vom Sinne eines vernünftigen Verkehrskonzepts her ist der richtige Platz eines Busbahnhofes dort, wo sich auch der (Haupt-)Bahnhof befindet. Das wäre auch durchaus möglich gewesen, denn zum Zeitpunkt der Planung des Hauptbahnhofes musste schon längst klar gewesen sein, dass es bezüglich des Busbahnhofes dringenden Handlungsbedarf gab. Es wurdejedoch an den Bedürfnissen einer Weltstadt wie Wien vorbeigeplant.

    Die nächste Chance wurde vertan, indem man die geplante Verlängerung der U-Bahn-Linie U1 nicht in vollem Umfange durchführte, sondern sich mit einer Stutzvariante zufriedengab. Diese U-Bahn-Linie hätte ursprünglich bis Rothneusiedl, direkt an die Stadtgrenze fahren sollen. Stattdessen wurde sie nur bis Oberlaa geführt, um die stadteigene Institution der Therme Wien, der laut Werbung größten Stadttherme Europas, entsprechend aufzuwerten, sehr zum Schaden der Stadt.

    Die Endstelle Rothneusiedl der U1 wäre direkt an der gleichnamigen Autobahnabfahrt der Stadtautobahn S1 gewesen, an jener Stadtautobahn, die den Durchzugsverkehr von West- nach Osteuropa und vice versa trägt. Man möge sich nur vorstellen, was das für die Stadt bedeutet hätte: Ein kleiner Aufenthalt vieler Durchreisender für einige Stunden im Parkhaus Rothneusiedl und von dort aus in 15 Minuten mit der U-Bahn ins Stadtzentrum. Wo sonst gibt es solche Möglichkeiten? In Wien nicht, das haben rote und grüne StadtpolitikerInnen erfolgreich verhindert.

    Dort wäre aber auch der ideale Platz für den dringend benötigten Busbahnhof gewesen. Ja ja, hätte, wäre, würde, könnte. Wien ist eben anders!

    www.der-denker.net - www.stefan-svec.eu

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