Städtische Verwaltung – nächstes Kapitel - Stromverrechnung

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  • BLOGARTIKEL VON 2015-07-07

    Wir haben unsere Gemeindewohnung vor achtunddreißig Jahren bezogen, derdamals Zentralbau genannte Gemeindebau als Abschluss der Bauvorhaben in derPer-Albin-Hansson-Siedlung, heute unter Olof-Palme-Hof nur allzu gut bekannt. Eswar ein besonderes Schmuckstück sozialistischen Bauwesens und hat seine eigeneGeschichte (Bauringskandal).Für all jene, denen es in den Sinn kommen möge, über Gemeindebauten und derenBewohnerInnen zu schimpfen: Wir haben damals ATS 172.000,- bezahlt, was imJahre 1977 eine ganz beachtliche Summe darstellte, besonders für junge Familienwie wir es waren.

    Um Stromkosten zu sparen wurde uns damals angeboten, den Strom für dieWarmwasseraufbereitung im Bad über Nachtstrom zu beziehen. Dazu wurde in einerGangnische ein Zusatzzähler installiert, der Hauptzähler befindet sich – füruns unzugänglich – in einem Nebenraum der Garage.

    Die Abrechnung erfolgte über vier Jahrzehnte völlig problemlos: Es wurdender Hauptzähler und der Nachtstromzähler abgelesen. Vom Stromverbrauch desHauptzählers wurde jener des Nachtstroms abgezogen und beide getrenntverrechnet. Soweit, so gut.

    Im Jahre 2015 war dann plötzlich alles anders: Es gab keine städtischen Stromablesermehr, sprich, das ganze Stromablesen und Verrechnen wurde an eine externe,international tätige Firma ausgelagert. Warum, wieso und zu welchenBedingungen, zu welchem Preis bleibt für uns Normalbürger wohl höchstunverständlich und nicht nachvollziehbar*). Einzig die Resultate wurdensichtbar, wären in diesem Zusammenhang aber höchst verzichtbar:

    Die Verrechnung der Bezugsperiode 2014/15 wurde dann wie folgt abgehandelt:

    1. Die untersten Stiegen (F/G/H) erhielten die Rechnung zuerst, d. h.irgendwann Anfang April. Aber diese war bei allen jenen Parteien, die nochNachtstrom haben, falsch: Es wurde ganz einfach vergessen, dass es bei unsNachtstrom gibt und der Zusatzzähler wurde nicht abgelesen. UnbestätigtenAngaben zufolge hieß es dann, die Rechnung werde bei allen die reklamierenkorrigiert. Was bei allen anderen Betroffenen vorgesehen war weiß ich nicht,denn hier gibt es noch einen Faktor: Die nur noch auf dem Papier bestehendeMietervertretung. Diese befand es nicht für notwendig, die MieterInnen deranderen Stiegen zu informieren, wie denn auch wenn es sie nur noch proformagibt.

    2. Diese Neuausstellung dürfte auch den Versand für unsere Stiege verzögerthaben denn es kam vorweg nichts. Eine unserer Nachbarinnen war in Sorge bzgl.einer Mahnung oder Stromabschaltung und reklamierte ihrerseits diese Rechnung.Sie wies aber darauf hin, dass der Nachtstrom berücksichtigt werden müsse.Somit las sie den Zählerstand für den Nachtstrom selbst ab und gab diesentelefonisch bekannt. Kurz darauf erhielt sie die Rechnung, doch diese wies alsDatum des Nachtstromes das ursprüngliche Rechnungsdatum aus und nicht dasaktuelle Datum, zu dem der Stand abgelesen wurde. Resultat: Nach neuerlicherReklamation entschuldigte man sich und sie erhielt eine korrigierte Rechnung.

    3. Mitte Juni erhielten auch die MieterInnen der Stiege D – also unsereStiege – endlich die Rechnung. Als erstes fiel sofort auf, dass wir in dieserBezugsperiode angeblich einen Mehrverbrauch von ca. 1.000 kWh hatten und dieRechnung entsprechend hoch war. Bei näherem Überprüfen wurde dann schnell klar,dass auch diese Rechnung wieder falsch ausgestellt war. Der Grund dafür:
    Der Gesamtverbrauch und der Verbrauch des Nachtstroms wurden zusammengezähltanstatt abgezogen zu werden. (Nochmals die Erklärung: Der Hauptzähler hält dengesamten Stromverbrauch der Wohnung fest, das beinhaltet auch den Verbrauch desNachtstroms. Dieser wurde aber zusätzlich nochmals verrechnet!)

    4. Am 23. Juni 2015 reklamierte ich telefonisch und es bedurfte sehrenergischer Worte, um die Sachbearbeiterin davon zu überzeugen, sich dasüberhaupt nochmals anzusehen, da sie auf der Richtigkeit der Rechnungsangabenbestand. Erst nachdem sie längere Zeit dafür benötigte bzw. wahrscheinlichnachfragte, bestätigte sie mir den Irrtum mit dem Kommentar, „man habe dieKorrektur bereits in die Wege geleitet und ich würde innerhalb der nächstenTage eine berichtigte Rechnung erhalten“.

    5. Heute, den 7. Juli 2015, sind es genau 14 Tage nach meiner Reklamationund von neuer Rechnung fehlt weit und breit jede Spur. Ich bin schon auf dieMahnung neugierig.
    Ja, so und nicht anders wird bei der Wiener Städtischen Verwaltunggearbeitet und eine Besserung ist nicht in Sicht. Wen also kann es wundern,dass die Stadt Wien ein riesiges Defizit und ebensolche Schulden hat?

    *) Ein nicht unbeträchtlicher Beitrag zum Personalabbau, den diesozialdemokratische Partei Österreichs und die in ihren Händen verunwalteteStadt Wien hier leisten, von Gewerkschaften und AK vollständig ignoriert. Wiraber wundern uns zu jedem Monatsbeginn über die weiter gestiegenenArbeitslosenzahlen.

    2015-07-14 - Wie unten unter Punkt 5 geschrieben: Ich bin schon auf dieMahnung neugierig! Heute ist sie eingetroffen, ausgestellt mit Datum 9. Juliund mit einer Frist bis 23. Juli 2015, selbstverständlich auch mit dem nichtkorrigierten Betrag. Interessant noch: Mein Nachbar hat eine korrigierteRechnung erhalten. Eine Retourkutsche von Wien Energie? - Bei heutigemTelefonat wurde mir mitgeteilt, dass es keinerlei Notiz zu meiner tel.Reklamation gibt. (Name der Referentin ist mir bekannt.)

    2015-07-17 - Habe soeben die korrigierte und somit richtige Rechnungerhalten und den ausstehenden Betrag überwiesen, die Angelegenheit ist damiterledigt!

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