Die Balkone bzw. Terrassen des Olof-Palme-Hofs - Teil 1

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  • BLOGEINTRAG VON 2014-08-20

    Wie schon in anderen Beiträgen erwähnt, haben wir wirklich schöne Terrassen. Diese wurden ursprünglich als Gegenstück zu jenen des Wohnparks Alt-Erlaa geplant, wie der gesamte Bau. Sie haben eine Grundfläche von ca. 12 m2 und eine sehr geräumige Form. Das bedeutet, dass man auch Vernünftiges damit anfangen kann.

    Dazu kommen noch die vier Pflanzentröge, welche auch das Auspflanzen größerer Pflanzen zulassen, sowie der Regen- und Gießwasserabfluss. So gesehen ist es unser liebster Aufenthaltsraum und wir bedauern oft, dass es viele andere MieterInnen rund um uns nicht schaffen, die Terrasse als Oase, als lebens- und liebenswerten Raum zu verstehen und zu nützen.

    Natürlich gibt es bei der Nutzung Einschränkungen und auch einen unangenehmen Nebeneffekt, nämlich jenen, dass diese Terrassen versetzt sind, d. h. im Gegensatz zu Alt-Erlaa sind die Schlafräume über bzw. unter der Terrasse des vertikalen Nachbarn. Das wieder bedeutet, dass man z. B. Kochgerüche oder Zigarettenrauch der unteren Nachbarn in der Nase hat. Das ist vor allem dann besonders unangenehm, wenn spätabends gekocht wird (z. B. während des Ramadans), vor allem in der wärmeren Jahreszeit.

    Für die Pflanzentröge wurden uns beim Einzug (1977) und nach der Generalsanierung (1995/1996) Bepflanzungsvorschläge gemacht und auch vorgeschrieben, dass die Pflanzen eine gewisse Höhe nicht überschreiten dürfen, um die Pflanztröge durch die Wurzeln nicht zu sprengen.

    Aber vor kurzem mussten wir erfahren, dass es - wie bei vielem anderem auch - bei den Bepflanzungsvorschriften Versäumnisse von Wiener Wohnen gibt. Versäumnisse insofern als es keinerlei Einschränkungen bezüglich der zum Setzen zugelassenen Pflanzen gibt. Was ich damit meine, ist folgendes:

    Angenommen, Sie
    - sind gegen Birken allergisch, haben jedoch vor Ihrem Schlafzimmer eine Birke aus Nachbars Terrasse. (Ich liebe Birken, sie sind für mich durch ihre feingliedrige Gestalt die schönsten Bäume, aber auf der Terrasse?)
    - sehen sich mit der Tatsache konfrontiert, dass einer Ihrer Nachbarn oberhalb einen giftigen Baum gepflanzt hat, eine Eibe, deren Rinde, Nadeln und Samen Ihnen, Ihren Kindern und Ihren Haustieren gefährlich werden könnten, da sie hochgiftig sind,
    - haben zudem oberhalb einerseits einen Mieter, der in seinen Trögen einen Kirschbaum, andererseits einen Mieter, der Pfirsiche gepflanzt hat. Dieses Obst wird zeitgerecht reif und niemand kann verhindern, dass davon etwas zu Boden fällt. Soweit es auf die eigene Terrasse fällt geht's ja, aber wenn Sie oder Ihre Gattin unterhalb gerade Wäsche trocknen so werden Sie sich schön bedanken, stimmt's? Ein Obstfleck auf der zu trocknenden Wäsche oder auch eine größere Ansammlung von Ameisen sind ja nicht wirklich begehrenswerte Erscheinungen.
    - müssen damit leben, dass Ihnen der Mieter unterhalb mit seinen hohen Bäumen im Schlafzimmer Licht wegnimmt, die Sicht beeinträchtigt und was es da sonst noch alles gibt.

    Wie würden Sie sich nun fühlen, wenn Sie bei Wiener Wohnen solche Vorkommnisse beanstanden und reklamieren und Sie dann einen Bescheid erhalten wie folgt: "Wir haben beim Gärtner rückgefragt und er hat gemeint, das ist zulässig. Wenn es Ihnen nicht passt so müssen Sie sich mit Ihren Nachbarn ins Einvernehmen setzen!" *)

    Das aber ist schlichtweg unglaublich, denn somit könnten liebe Zeitgenossen bzw. Genossinnen eigentlich ohne jegliche Einschränkung ihre Pflanztröge auch mit Ragweed, einer besonders aggressiven, allergieauslösenden Pflanze, bestücken, ohne dafür belangt werden zu können.

    Da es in Wien nicht so viele stufenförmige Gemeindebauten gibt so dürften unsere Gemeindemütter und -väter solcherart Probleme entweder übersehen oder diese schlichtweg als vernachlässigbar betrachtet haben. Den Schaden haben die Mieter.

    Jetzt werden sich vielleicht manche von Ihnen denken, was soll das, es gibt Schlimmeres, nur nicht aufregen! Erst dann, wenn es sie selbst betrifft werden auch Sie bereit sein, sich aufzuregen, das ist eine altbekannte Weisheit und Tatsache.

    Welche Vorgangsweise würden Sie bevorzugen bzw. vorschlagen, um solch unangenehme Umstände beseitigen zu lassen? Eines hat bisher nämlich leider nichts gebracht: Wiener Wohnen an deren Verantwortung als Hausverwaltung zu erinnern und in die Pflicht zu nehmen. Hausverwaltung wechseln?

    *) Es gibt auch die Möglichkeit, sich an die "Wohnpartner" zu wenden, aber das ist ein ganz eigenes Thema, zu welchem wir noch kommen werden.

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