Taubenbekämpfungsmethode a lá Wiener Wohnen: ned amoi ignoriern

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  • BLOGARTIKEL VON 2014-08-18

    Wiener Wohnen geht gegen Missstände vor, und soweit es sich dabei wirklich um solche handelt scheint dies natürlich auch berechtigt. Es gibt dazu jedoch eine Einschränkung, die da lautet: Bekämpfung ja, zumeist, meistens aber zu spät, mitunter aber auch halbherzig bis gar nicht. Wenn wir einmal die Blumen auf den Gängen sowie die Kameraattrappen weglassen, so bieten sich mehrere Themen an, zwei davon wollen wir hier behandeln, heute
    die Taubenplage

    Alljährlich kommt ein Schreiben von Wiener Wohnen, welches darauf hinweist, dass unser Bau von Taubenplage betroffen ist, Tauben die Anlage verschmutzen und obendrein ein großes Gesundheitsrisiko darstellen. Es wird darauf verwiesen, dass das Füttern von Tauben in den Anlagen der Gemeinde Wien, sprich jene des ausgelagerten ?Wiener Wohnens?, nicht gestattet ist. Dies ist auch in der Hausordnung so festgelegt. (Angeblich haben in anderen Gemeindebauten bereits Prozesse gegen MieterInnen stattgefunden, die sich diesen Vorschriften regelmäßig widersetzt haben.)

    In einem Schreiben vom 5.10.2010 lautet der Appell an die MieterInnen wie folgt: "Betreffend der Taubenplage möchten wir darauf hinweisen, dass Taubenkot jährlich nicht nur große Schäden an den Häusern und Grünflächen anrichtet, sondern auch eine extreme Gesundheitsgefährdung vor allem für spielende Kinder darstellt. Ein nicht zu verhindernder Nebeneffekt ist außerdem das Auftreten von Ratten, die durch das Füttern angelockt werden."

    Es wurden auch bereits verschiedene Maßnahmen gesetzt, um die Tauben möglichst am Nisten und am Verschmutzen weiter Teile des Gebäudes zu hindern, Maßnahmen, welche die Mieter bereits einiges an Geld gekostet haben.

    Balkone von leerstehenden bzw. auch vermieteten, aber ungenutzten Wohnungen, etwas was es viel öfter gibt als man annehmen möchte, sind natürlich eine besondere Einladung für Tauben, sich ungehindert zu vermehren, da zumeist in deren Pflanzentrögen, zwischen armselig dahinvegetierenden Pflanzensegmenten, auch der für sie nötige Schutz gegeben ist. Ob sich darüber schon jemand Gedanken gemacht hat, weiß ich nicht.

    Es gibt jedoch auch nach wie vor einige Personen, die des Taubenfütterns nicht müde werden. Davon wieder gibt es nun zwei Arten, nämlich jene welche die Tauben heimlich, still und leise füttern, indem sie das Futter abends nach Einbruch der Dunkelheit im Hof ausstreuen oder - noch besser - vom Balkon aus hinunterwerfen. Zum anderen gibt es MieterInnen, die spezielle Methoden gefunden haben, sich "zum Wohle der Allgemeinheit" und zur "Pflege der Natur" zu betätigen.

    Eine solch perfide Methode möchte ich hier aufzeigen: Es geht um eine Mieterin oder einen Mieter einer Maisonette, in der ein Teil der Fenster auf der Rückseite des Wohntraktes angeordnet ist, d. h. eigentlich auf der Gangseite. Die Methode besteht nun darin, dass diese "Tierfreundin", dieser "Tierfreund" das Fenster einen Spalt breit öffnet, das Taubenfutter auf das Blech streut und die lieben Vögelchen diese Leckerbissen aufpicken. Eine eigentlich völlig unauffällige Handlung, oder?

    So unauffällig, dass weder Wiener Wohnen noch die Mietervertretung darauf kommen könnte, dass hier regelmäßig Tauben gefüttert werden. Sollte man meinen, ist aber nicht so. Denn die lieben Tierchen hinterlassen pikanter-, pardon, bekanntermaßen einiges an Spuren, Spuren die ganz allgemein eigentlich nicht zu übersehen sind.

    Sind sie ja auch nicht, sollten es auch nicht sein, weder für die Wohnhausverwaltung noch für die MietervertreterInnen, welche eigentlich die Interessen der MieterInnen vertreten sollten. Denn diese Fenster liegen oberhalb des Gehweges von der Straße zum Eingang der Stiege. Auch das wäre normalerweise noch kein wirkliches Problem, doch dummerweise liegen diese Fenster einerseits im vierten Stock und andererseits sind diese Stöcke stufenförmig angelegt, auf der Balkonseite zu hinein, auf der Rückseite entsprechend hinaus. Das aber führt dazu, dass die Fenster direkt über dem Gehweg liegen und der Taubendreck exakt in die Mitte des Gehweges hinunterfällt.

    Sie meinen nun, es würde das nicht weiter auffallen? Tut es doch, so sehr dass man sich manchmal einen Schirm wünscht, wenn man dort durchgeht. Im Normalfall weicht man über die Garagenbelüftungsgitter aus oder geht der Wand entlang, aber was wenn jemand entgegenkommt? Es bleibt dabei: Es ist das ein ganz offensichtlicher aber ungestrafter Verstoß gegen Regeln des Zusammenlebens und die Interessen des Großteils der MieterInnen, von denen manche einen nicht unwesentlichen Teil ihrer Zeit damit verbringen, die Tauben von den Balkonen und Fensterblechen zu vertreiben.

    Eine weitere Frage lautet: Wo sind jene Ordnungsberater, die angeblich bisher 13.000 Kontrollen durchgeführt haben? Also ehrlich, ich habe noch keine gesehen:
    Auf gut Wienerisch: Gschichtln!

    Interessant ist dabei noch, dass für diesen Teil der Stiegen gerade jener Mietervertreter zuständig ist bzw. eigentlich wäre, der sich u. a. den Kampf gegen unsere Gangblumen zur Brust genommen hat.

    Hier noch ein Link zum Thema Flugratten.

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