Attrappenjäger - Von allen guten Geistern verlassen

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • BLOGARTIKEL VON 2014-08-15

    In diversen Medien werden verschiedene Möglichkeiten empfohlen, umeinerseits Einbrüche und andere kriminelle Aktivitäten und andererseitsVandalenakte zu verhindern oder zumindest zu erschweren. Auch unsere Damen undHerren Politiker tun sich hier gerne hervor, so zum Beispiel HerrVizebürgermeister Michael Ludwig, seines Zeichens amtsführender Stadtrat undChef der Geschäftsgruppe Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung und somit auchHauptverantwortlicher für Wiener Wohnen. So gibt es derzeit eine Offensive imGemeindebau zur Prävention von Einbrüchen.

    Als eines der wirksamsten Mittel gegen unliebsame Vorkommnisse in denHäusern wird immer wieder die Nachbarschaftshilfe angeführt. Dies ist auchdurchaus nachvollziehbar, bedingt jedoch den Willen der handelnden Personen undHausparteien. Dass dies aber nicht immer so einfach ist und vor allem in denletzten Jahren aufgrund geänderter Zusammensetzung der Parteien, vor allem aberaufgrund von verschiedenen Ethnien immer schwieriger wird, sollte eigentlichallgemein klar sein.

    Umso erfreulicher ist es, wenn es noch Menschen gibt, die bei Problemen undSchwierigkeiten zusammenhalten, unter anderem gegen die Willkür von Behördenund Hausverwaltungen, wie anhand unserer Probleme mit den Gangblumennachvollziehbar ist. (Genützt hat es in diesem Fall allerdings nichts, aberdavon demnächst wieder mehr.)
    Auf unserem Gang mit vier Hausparteien, die nun seit mehr alssiebenunddreißig Jahren Tür an Tür wohnen, ist Nachbarschaftshilfe eine gelebteRealität. Es soll das nun nicht heißen, dass es hier nicht auchMeinungsverschiedenheiten gibt, doch diese können in wesentlichen Punktennahezu immer gelöst werden.

    Einbruchs- und Diebstahlvorbeugung:
    Vor einigen Jahren nun wurden von einem unserer Nachbarn an den beidenEingängen des Ganges batteriebetriebene Kameras installiert, die unterhalb derLinse ein rotes Blinklicht aufwiesen. Diese Kameras waren von außerhalb desGanges gut sichtbar und hervorragend dazu geeignet, Gesindel und kriminelleElemente von unserem Gang fernzuhalten.
    Das Beste daran: Es waren Attrappen!


    Dass die Installation einer richtigen Kamera mit der Möglichkeit vonAufzeichnung des Geschehens rechtlich problematisch wäre war von Haus aus klar.Doch eine Attrappe ist nicht wirklich dazu angetan, die PersönlichkeitsrechteEinzelner einzuschränken oder zu verletzen. Dies vor allem auch dann nicht,wenn der Gang sowieso nur für Zutrittsberechtigte, d. h. für die betroffenenMieter, das Reinigungspersonal und das Personal der Wohnhausverwaltung (WienerWohnen) bzw. des Vermieters betreten werden kann, da der Zutritt zum Gang durchversperrte Glastüren nur mit Schlüssel zugänglich ist.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Mittwoch den 13. August 2014 wurde eine von unsvier Hausparteien von einer Dame von Wiener Wohnen angerufen und daraufaufmerksam gemacht, dass diese Kameras sofort zu entfernenwären. Auf die Frage der Mieterin, ob die Anrufende wüsste, dass es sich hierlediglich um Attrappen handeln würde, wurde von dieser verneint: „Nein, dasweiß ich nicht.“ Auf die Entfernung der Kameras wurde jedoch bestanden.

    Leider wurde nicht nachgefragt, unter welchem Titel diese Beseitigunggefordert wird, was natürlich ganz wesentlich ist. Um diese Informationnachzufragen, wandte ich mich gestern, den 14. August, um 10:32 Uhr an diezentrale Servicestelle von Wiener Wohnen und bat höflichst um Rückruf der mitdieser Angelegenheit befassten Stelle. Es wurde mir eine rasche Weiterleitungund ein ebenso rascher Rückruf versprochen, es blieb jedoch lediglich einVersprechen, Anruf erfolgte keiner.

    Meine Fragen nun:
    1. Ist eine Schutzvorrichtung in Form einer Kameraattrappe unzulässig und wennja, warum?
    2. Wie lautet der exakte Gesetzestext und wann wurde dieser veröffentlicht?
    3. Sollte dieses Gesetz schon länger bzw. lange gültig sein, wieso kommt manseitens Wiener Wohnen erst jetzt darauf, dass Attrappenkameras unzulässig sind?
    4. Wer ist dann bei Wiener Wohnen für diese Nachlässigkeit verantwortlich?
    5. Und welche Konsequenzen würden sich ergeben, sollte die Aufforderung zurDemontage widerrechtlich gewesen sein?

    Die Kameras wurden jedenfalls mittlerweile entfernt. Sollte diese Installation jedoch unrechtmäßig gewesen sein, so wäre es eine grobeVernachlässigung der Pflichten seitens Wiener Wohnen, so lange mit der Forderungnach Beseitigung zu warten. Es wäre das aber mit Sicherheit nicht die einzigeVernachlässigung, wie ich in der Folge aufzuzeigen in der Lage bin. Bis bald!

    1.615 mal gelesen

Kommentare 2

  • Der Denker -

    Übertrag von 2014-08-20
    Mein 2. Kommentar zu obiger Angelegenheit

    Auch heute ist mir Wiener Wohnen einen Rückruf bzw. eine Beantwortung meiner Frage schuldig geblieben. Dafür habe ich jedoch von der Datenschutzbehörde eine Antwort auf meine Frage vom 14.8.2014, ob Kameraattrappen grundsätzlich zulässig sind, erhalten. Hier der Wortlaut:

    Attrappen sind grundsätzlich zulässig.
    Nachsatz: Es könnte sein, dass Wiener Wohnen einen Grund hat, Attrappen zu verbieten, z. B. wenn sich jemand beschwert. (Danke für die Beantwortung.)

    Ich werde mich nun bemühen, von dem Wiener Wohnen vorgesetzter Magistratsabteilung eine vernünftige Stellungnahme einzuholen. Neues nach Einlangen.

    Nachtrag von 2016-04-26: Es hat sich niemand mehr gemeldet, was eindeutig für die mangelnde Kompetenz von Wiener Wohnen spricht!

  • Der Denker -

    Übertrag von 2014-08-19
    Mein 1. Kommentar zu obiger Angelegenheit

    Wiener Wohnen hat es auch am Montag, den 18.8.2014, nicht geschafft, mich bezüglich der Kameraattrappen zurückzurufen. Die Frage ist nun:

    - Gibt es in der Dieselgasse niemanden, der die nötige Kompetenz dafür hat?
    - Könnte es sein dass es für die Forderung nach Entfernung keinen rechtlichen Titel gibt?
    - Oder will man schlicht und einfach unbequeme "Störenfriede" ignorieren?

    Was meinen Sie dazu?