Die Presse und "Wohnen auf Türkisch"

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  • BLOGARTIKEL VON 2014-05-15

    Die Printausgabe der Presse berichtet diese Woche über Probleme undSchwierigkeiten für und mit Migranten, vor allem auf die türkischen Zuwandererbezogen. Einer dieser Artikel hat die Überschrift "WienerWohnen auf Türkisch".

    Neben anderen Aspekten kam auch das Wohnen im Gemeindebau zur Sprache. EinAbsatz davon wurde mit "Kaum Kontakt im Gemeindebau" betitelt. Dasses dabei wie überall immer wieder auch zu Problemen und Konflikten kommt isteine unbestreitbare Tatsache mit verschiedenen Ursachen. Dass es in Foren wiejenem der Presse auch immer wieder zu Hasstiraden auf MigrantInnen kommt,ebenso.

    Es ist mir aber schlicht unerklärlich, was die Zensur der Presse dazubewogen hat, einen Kommentar zu löschen, der sich eben auf das Zusammenlebenund verschiedene Probleme im Gemeindebau bezieht, an denen nicht nur jene leiden,die zugezogen sind, sondern auch jene, die sich mit diesen Zugezogenen inirgendeiner Form arrangieren wollen, sollen oder müssen.

    Der Kommentar ist in keiner Weise gehässig oder fremdenfeindlich, sondernlediglich realitäts- bzw. situationsbezogen. Bitte lesen und urteilen Sieselbst, Ihre Meinung interessiert mich sehr und ich wäre Ihnen daher sehrdankbar, wenn Sie dazu einige Sätze formulieren könnten. Danke im Voraus.

    Mein Kommentar:

    quote
    Unerwähnt blieben hier bisher Kommentare darüber, wie sich dieseMultiKultiKultur in Bezug auf "Mieterinteressen" auswirkt.
    Mitunter führt es zu einem Freibrief für Wiener Wohnen und gewisseMietervertreterInnen, denn war es schon früher schwierig genug, engagierteMitstreiterInnen zu finden, um gegen so manche Mißstände vorzugehen, so ist dasmittlerweile fast überhaupt unmöglich.

    Bei einem Gemeindebau mit ca. 420 Wohneinheiten müßte man laut Statut 1/3oder 150 Mieter finden, um beispielsweise einen Mieterbeirat des Amtes zuentheben.
    Wenn von diesen 420 Einheiten zumindest ein Drittel mit Personen andererEthnien belegt ist, egal jetzt ob türkischer, arabischer, indischer oderanderer, dann wird das zu einem unlösbaren Unterfangen, da viele dieserMenschen nicht, kaum oder schlecht der deutschen Sprache mächtig sind. Vonderen Desinteresse an Mitbestimmung, Kommunikation, gelebter Solidarität unddergleichen gar nicht zu sprechen.

    Dies führt eben dazu, dass Wiener Wohnen im Großen und Ganzen machen kannwas sie wollen. Wenn es dann trotzdem einmal größere Probleme gibt, wissen sichdie Herrschaften auch zu helfen. Sie lagern diese Probleme in dieGebietsbetreuung aus und diese zerpfleddert die jeweilige Initiative dann biszur Unkenntlich- und Chancenlosigkeit. Kommentar: "Wir haben leider keineMachtbefugnis." Schmecks, das war's dann.

    PS: Faymann, Häupl, Ludwig und Co. haben hier ganz fabelhaft gearbeitet,Danke!
    unquote

    PS.: Zum Thema "Gebietsbetreuung" demnächst mehr.

    1.934 mal gelesen

Kommentare 2

  • Der Denker -

    Übertragener Kommentar von 2014-06-01
    Besuchername: MBR RA4456

    Lieber Lingius, was die Presse dazu bewegt, Ihren Artikel nicht zu veröffentlichen, kann ich nicht beurteilen. Was mir persönlich daran nicht gefällt, will ich gerne hier darlegen:

    Durch Ihre Darstellung zieht sich der rote Faden, dass Mieterbeirat und Wiener Wohnen im Schulterschluss gegen die übrigen Mieter vorgehen. Wenn also ein Mietervertreter nur äußerst schwer abberufen werden kann (ob das so sinnvoll ist, ist ein anderes Kapitel), so hat Wiener Wohnen freie Hand.

    Diese Darstellung mag in Einzelfällen stimmen, es ist aber grundfalsch, das zu generalisieren. Nicht nur unser Mieterbeirat, dessen Vorsitzender ich bin, sondern auch viele Kollegen aus anderen Wohnhausanlagen fechten so manchen Strauß mit Wiener Wohnen aus, und das oft mit Erfolg. Wo aber eine Mehrheit ist (wobei die Mehrheit an Mietern bei einer Mieterversammlung den MBR "beauftragen" kann) dort existiert natürlich auch eine Minderheit, die möglicherweise dann mit dem Vorgehen des MBR nicht einverstanden ist. Ja, "Jedem Menschen Recht getan, ist eine Kunst ... "

    Es gibt eben nicht nur schwarz oder weiß!

  • Der Denker -

    Übrigens passiert es mir in letzter Zeit immer wieder, dass die Presse den einen oder anderen meiner Kommentare zurückhält, obwohl auch hier (fast) nie Gehässigkeiten vorkommen. Manches passt halt nicht in das Leitbild dieses Druckmediums. Aber zumindest muß ich zugeben, dass manche meiner Kommentare doch den Weg zur Veröffentlichung finden. Ganz anders bei der Kronenzeitung, sie ignoriert mich völlig, was wohl für den hohen Qualitätsstandard dieses Mediums spricht.