Die feuerpolizeilichen Bestimmungen

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  • BLOGARTIKEL VON 2014-04-08

    „Wiener Wohnen ist nach den Bedingungen des Wiener Feuerpolizeigesetzes verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass in den allgemein zugänglichen Räumen des Hauses keine brandgefährlichen Gegenstände lagern bzw. diese Gegenstände eine allfällige Brandbekämpfung durch die Feuerwehr nicht behindern.“ Wiener Wohnen, Schreiben v. 2013-07-29 (she. Foto).

    Soweit, so gut. Diese Bestimmungen kann man natürlich nachvollziehen, sowohl was die Brandbekämpfung als auch die allgemein zugänglichen Räume betrifft. Es sollte dort halt nicht aussehen wie die Vorbereitung auf den nächsten Flohmarkt im Hansson-Zentrum, um in der Gegend zu bleiben. Interessant dabei ist jedoch, dass die Blumen durch Wiener Wohnen einen so hohen Stellenwert erhalten, denn im Schreiben v. 29. Juli stehen sie hinter den Fahrrädern an zweiter Stelle, dann erst kamen „andere Gegenstände“ dran. Im Schreiben vom 17. März 2014 wurden sie an dritter Stelle genannt, dann die Bilder, ……

    Wie steht es aber nun wirklich um die feuerpolizeilichen Bestimmungen?

    Dies wollte ich genau wissen und wandte mich an die Wiener Feuerwehr, d. h. an die MA 68 und bat via Internetformular um Auskunft und Information. Die Antwort kam – für eine städtische Behörde - unerwartet prompt, und sie ließ keinerlei Wünsche offen. An dieser Stelle herzlichen Dank an die MA 68 für das Bemühen in dieser Angelegenheit.

    Mir wurde mitgeteilt, dass der genaue Wortlaut der gesetzlichen Bestimmungen unter

    - wien.gv.at/recht/landesrecht-w…hriften/html/b4400000.htm und
    - wien.gv.at/recht/landesrecht-w…hriften/html/b4400400.htm

    abrufbar sei.

    Des Weiteren wurde festgestellt, dass generell „Regale mit Blumen weder als brandgefährliche noch leicht brennbare Lagerung zu bezeichnen sei“. Dennoch wurde dringend empfohlen, „nichtbrennbare Regale zu benutzen und darauf zu achten, dass die Blumenerde nicht austrocknet, da es diesbezüglich jährlich immer wieder zu einigen Feuerwehreinsätzen käme.

    Weiter: Damit es zu keiner Fluchtwegsbehinderung kommen kann, sollten die Regale fest mit der Wand verbunden sein. (Das ist auch durchaus verständlich.)

    Der nächste Absatz befasste sich mit der Durchgangsbreite von Hauptgängen. Hier wurde festgehalten, dass im Falle unseres Baues die Gangrestbreite 120 cm betragen müsse.

    Was heißt das nun aber konkret für uns Mieter des Olof-Palme-Hofs und unsere Blumen?

    1. Regale mit Blumen sind weder brandgefährlich noch behindern sie den Fluchtweg.
    Die Durchgangsbreite unserer Gänge beträgt 140 cm, die Regale sind fest mit der Wand verbunden und haben eine Tiefe von 20 und 30 cm, allerdings auch das erst in einer Höhe von 178 cm vom Boden weg.

    2. Die nächste Wohnungstür ist wie bereits erläutert ca. 15 m weit weg und es müsste schon eine ausgesprochene Flammenhölle von irgendwo her kommen, welche Regale und Blumen zur Entzündung brächten (Kerosin vielleicht).

    3. Dass hier jedoch mit zweierlei Maß gemessen wird zeigt sich daran, dass einerseits z. B. die Sicherheitstüren eine Durchgangsbreite von 1 m aufweisen und andererseits die Gänge mit Teppichen ausgelegt sind, die sehr wohl brennbar sind. Das aber müssten auch unsere Mietervertreter wissen. (Meine Nachbarin und Mitbetroffene, eine bis zur letzten Wahlperiode ebenfalls tätige Mietervertreterin, schlug den Mieterbeiräten vor, die Brennbarkeit der Teppiche durch einen Sachverständigen überprüfen zu lassen, was lediglich mit latenter Ignoranz quittiert wurde.)

    Für mich persönlich ergibt sich nun die Frage, haben die zuständigen Mitarbeiter von Wiener Wohnen mit Unterstützung der MietervertreterInnen diesen Streit um die Pflanzen auf dem Gang initiiert oder war es umgekehrt? Es bleibt jedoch eine Tatsache, dass es exakt um unsere Blumen und um jene unserer Nachbarn ging, obwohl auch viele andere MieterInnen Blumen auf den Gängen haben, von allen anderen Sachen vorläufig einmal ganz zu schweigen.

    Sie werden sich jetzt vielleicht fragen, warum ich mir diesbezüglich so sicher bin. Nun, es war irgendwann anfangs Januar, als ich auf dem Gang männliche Stimmen hörte und ich einige Wörter noch mitbekam. Diese lauteten in etwa: „Gut, ich schreibe das Protokoll und ….“ Und in diesem Moment fiel die Tür vom Gang zum Aufzugvorraum (Stiege E) zu. Bis ich meinen Schlüssel ergriffen hatte und in Richtung Aufzug rannte, war dort niemand mehr zu sehen.

    Es waren dies vom Tonfall her eindeutig Abschiedsworte zwischen zwei Partnern, die etwas vereinbart hatten und dann bei der Stiege E auseinandergingen. Nun, Sie könnten nun zu Recht sagen, was soll das, dann sind sie halt von der Stiege A weg durchgegangen, so mussten sie zwangsläufig auch zur Stiege D kommen und hatten dort genug gesehen.

    Grundsätzlich richtig, denn mit Generalschlüssel (bitte merken Sie sich diesen Begriff für eine der nächsten Pflichtübungen) kann man von der Stiege A bis zur Stiege H durchgehen. Nur leider, auf unserer Ebene Nr. 7 stimmt das nicht. Denn dieser Gang ist als einziger des gesamten Baues von der Stiege C zur Stiege D durch eine Wohneinheit unterbrochen. Somit lässt dies nur den Schluss zu, dass sie gezielt zu uns gekommen sind, oder sehen Sie das anders?

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