Blumenkrieg im Olof-Palme-Hof

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  • BLOGARTIKEL VON 2014-04-05

    Im Allgemeinen stellt man sich einen Sozialbau als triste Mietkasernen vor,in der die Menschen einlogiert werden, um dort ein karges Dasein zu fristen.Nicht so in manchen Wiener Gemeindebauten, in welchen so mancher Politiker, somanche Politikerin und viele Protegés aus Politik und Wirtschaft ein sehrbequemes – und vor allem billiges - Auslangen findet.
    Dass jedoch dort, wo solche nicht wohnen, mit Verschönerungen undVerbesserungen für die MieterInnen gespart wird, sieht man am Beispiel desOlof-Palme-Hofs. Doch es kommt noch schlimmer, denn in manchen Fällen versuchtman mit allen Mitteln, den MieterInnen die Verschönerung der eigenenWohnbereiche zu verleiden und zu verbieten.

    Hier die Einzelheiten:

    - Stiege D: 52 Wohneinheiten, ab 4. Stock liegen die Gänge westseitig,Wohnungen ostseitig (hier als 6. Ebene gekennzeichnet. 10 Stockwerke, alsEbenen 3 bis 12 benannt, da das gesamte Gebäude insgesamt 8 Stiegen umfasst unddas Gelände abschüssig ist, bedingt durch den Abhang des Laaerbergs).
    - Die Gänge sind in dezentem Beige gehalten, aber das ist eine eigeneGeschichte, von welcher ich später berichten werde.
    - Bei Gängen von 30 Metern Länge, unterbrochen durch eine eiserne Feuertür inder Mitte (bei manchen Gängen steht sie immer offen) sieht dies für vieleBesucher aus wie die Gänge von Straf- oder Krankenanstalten.

    Nun gibt es Menschen, die den nötigen Sinn und die Liebe für Schönheit undNatur haben und seit vielen Jahren diese Gänge mit Blumen, Grünpflanzen undauch Bildern menschlicher, liebens- und wohnenswerter zu gestalten versuchen.Eigentlich sollte sich dies für besagte Mieter schon als Gewohnheitsrechtdarstellen. Andererseits gibt es auch Menschen, die genau das Gegenteil dessen machen:Sie verunzieren ihre Gänge mit Beschmutzung der Wände, mit dem Abstellen vonKästen und verschiedenen anderen, teilweise großvolumigen Gegenständen undBergen von Schuhen, die außerhalb der Wohnung gelassen werden. Fahrräder undähnliches gehören selbstverständlich ebenso wenig dort hin. Auch Einkaufswagenaus dem Einkaufszentrum vor der Haustür werden mit Vorliebe auf den Gängenabgestellt anstatt sie die wenigen Meter auf den Parkplatz zurückzustellen.Besonders perfide MitbürgerInnen entsorgen die Einkaufswagen, indem sie dieseeinfach in den Lift stellen und auf Erdgeschoß drücken. Aber auch davon ananderer Stelle (she. Mietervertretung).

    Nun hat es Wiener Wohnen seit vielen Jahren verabsäumt, gegen solche undviele andere Missstände vorzugehen. Wohl gab es immer wieder Hinweise darauf,dass das Abstellen von Gegenständen auf den Gängen aus feuerpolizeilichenGründen verboten sei. Auch die eine oder andere Ankündigung von Entrümpelunghat so mancher Mieter in seinen Archiven, doch geschehen ist diesbezüglich nieetwas (anderes Beispiel: Taubenplage). Bis jetzt, aber nun sollte sich dieskurzfristig ändern, wie uns mitgeteilt wurde.

    Paradoxer Weise waren es aber nicht die zuvor genannten großvolumigenGegenstände, welche die bevorstehende Aktion ausgelöst haben, es waren dieBlumen! Noch paradoxer aber ist die Tatsache, dass dies wieder nicht oderzumindest nicht alleine durch die Mitarbeiter von Wiener Wohnen initiiertwurde. Es waren jene Mitmenschen, die gemäß der geschaffenen Bestimmungengrundsätzlich die Interessen der MieterInnen vertreten sollten und nichtumgekehrt: Die von den Mietern gewählten MietervertreterInnen!

    An diesen gab es bereits viel Kritik und leider ist es doch so, dassEinrichtungen wie beispielsweise Vereine mit der Zeit ihr Eigenleben entwickeln,sich innerhalb derselben einzelne Personen groß hervortun und die ihneneingeräumte kleinbürgerliche Macht ungehemmt auskosten (Blockwartmentalität).Wenn dann solche Personen einen Privatkrieg gegen andere Mieter führen oder esihnen nicht gefällt, wenn andere beispielsweise Blumenliebhaber sind, sobekennen sie freimütig, dass sie beispielsweise „gegen Blumen auf dem Gang“sind. Von anderem, was sie stören könnte, ist nichts zu hören. Wenn Sie nunglauben, es gäbe sonst nichts zu ändern, einer Änderung zuzuführen oderMissstände abzustellen so irren Sie gewaltig.

    Doch davon bei nächstem Beitrag. Neben dem Thema Mieterbeiräte werden wiruns auch mit den - vorgeschobenen - feuerpolizeilichen Bestimmungen undEinzelheiten zu den Pflanzen beschäftigen.

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