U-Bahn nach Rothneusiedl - Ja oder Nein?

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  • BLOGARTIKEL VON 2011-02-03

    Seit die Grünen in Wien mitregieren, ist der geforderte Ausbau deröffentlichen Verkehrsmittel wieder in aller Munde und die Kronenzeitungberichtet wieder in voller Länge. Doch wird hier nicht wieder mit zweierlei Maßgerechnet?

    Sicher ist es verständlich, wenn jemand aus persönlichem Interesse dagegenkämpft, eine neue Straße, Straßenbahn oder U-Bahn vor seinem Haus und Gartenhingeknallt zu bekommen. JedeR von uns würde es ebenso tun, um seine persönlicheHabe und seinen eigenen Lebensstandard zu schützen, es ist dies durchauslegitim.

    Anders ist es jedoch, wenn aus genau diesem Grund politische Bewegungengeschaffen oder politische Parteien zur Wahrung dieser Interessen mißbrauchtwerden. Man erinnere sich zurück an jene Zeiten, als Global 2000 den Bau derOstautobahn zu verhindern versuchte. Welch ein Glück, dass es ihr nichtgelungen ist, oder sehen Sie das anders?

    Man kann ja unseren StadtpolitikerInnen nicht gerade vorwerfen, von großenVisionen beseelt zu sein, es sei denn, zum Beispiel der Prater-Vorplatz wäreeinst aus einer Vision heraus geboren worden. Doch hätte man wirklich Visionenvon Stadterweiterung gehabt so wäre die U1 schon seinerzeit bis in dieHansson-Siedlung verlängert worden.
    Seit geraumer Zeit steht die nunmehr endlich begonnene Verlängerung nachRothneusiedl im Kreuzfeuer der Kritik. Sicher ist es schade, wenn durch denU-Bahn-Bau weitere Grünflächen, weitere Felder verloren gehen, sicher ist esfür die unmittelbar betroffenen künftigen Anrainer unangenehm, zuerst dieBauarbeiten und dann den Lärm der U-Bahn ertragen zu müssen, von zusätzlichemVerkehrsaufkommen einmal ganz abgesehen.

    Noch ist es ja auch nicht soweit, denn die Gemeinde Wien denkt schon wiederüber eine Umplanung nach, nachdem das gemeinsame Projekt mit Herrn Stronachnicht realisiert werden konnte und die benötigten Baugründe noch zu teuer sind.Doch der Ausbau der U-Bahn ist mittlerweile unabdingbar, denn derVerkehrsaufwand wurde einerseits durch die vielen neuen Wohnbauten undandererseits durch den Bau der Fachhochschule unterhalb des Verteilerkreiseswesentlich stärker und die Straßenbahngarnituren sind in Spitzenzeiten totalüberfüllt.

    Doch zurück zu den Visionen, denn hätten unsere „Stadtväter“, mittlerweilewohl auch „Stadtmütter“, irgendwelche vernünftigen Visionen, so wäre der Ausbauder U-Bahn bis Rothneusiedl weder umstritten noch hätten wir so lange daraufwarten müssen.

    Sollten Sie sich fragen, wieso dies so sein sollte so nehmen Sie bitte einenStadtplan zur Hand und sehen Sie sich an, woran man die U1 dort anbindenkönnte. Mitbekommen?
    An die Wiener Aussenring-Schnellstraße S1!


    Dies würde bedeuten,
    - man könnte auf dem Weg von Osteuropa nach Westeuropa und umgekehrt inRothneusiedl Halt machen, in die U-Bahn steigen und in der Stadtmitte, sprichStation Stephansplatz, wieder aussteigen
    - man könnte die unzähligen Autobusse, die jetzt an manchen Tagen und beiverschiedenen Events die Innenstadt verstopfen, dort abfangen
    - man könnte ohne größere Probleme schnell und sicher zusätzliche Einkäufetätigen, zusätzliche Umsätze lukrieren, Umsätze die eine von der Wirtschaftseit langem geforderte Sonntagsarbeit bei weitem übertreffen würden
    - man könnte verstärkt für das immense Angebot an Kultur werben und auf dieseArt und Weise das Ansehen Wiens als moderne UND umweltbewußte Stadt weiterheben.

    Wie gesagt, man könnte, hätte man nur Visionen.

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