"Des kehrt g'feiert! - Das Mistfest und die Müllentsorgung

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  • BLOGARTIKEL VON 2010-09-14

    Am kommenden Wochenende feiert die MA 48 (Stadt Wien, Magistratsabtreilung 48) wiederdas jährliche Mistfest, diesmal das schon 19. seiner Art. Eine wirklich guteGelegenheit, sich einmal anzusehen, wo der Mist gemacht wird, wer ihn macht undwie damit umgegangen wird, zum Beispiel in unserem Gemeindebau.

    Es gibt bei uns auf jeder Etage, bei uns Ebene genannt, für jeweils zwei voninsgesamt acht Stiegen einen Müllschlucker, der den Müll über einen Schacht zuden Mülltonnen führt. Diesen vorgelagert ist ein Müllverdichter, eine Schneckedie den Müll komprimiert. Der dazugehörigen Raum ist verschlossen, so dass mandort im Normalfall keinen Sperrmüll deponieren kann. (Wie ich vor kurzem erstanhand der Homepage der Mietervertreter erfuhr, gingen dessen Kosten bisher zuLasten der Mieter!)

    Da in Wien viel Wert auf Mülltrennung gelegt wird, gibt es an der Straßeeinen separaten Müllkäfig, der die Papier-, Kunststoffflaschen-, den Metall-und den Biomüllcontainer beherbergt. Dieser Müllkäfig ist versperrt, d. h. nurfür Mieter von Stiege D und E erreichbar.

    Klass, werden Sie sich nun sagen, vielleicht sogar: Möchte ich auch haben!Doch lieber nicht:

    Sperrmüll

    Es gibt im ganzen Bau keine Möglichkeit, Sperrmüll ordnungsgemäß und legalloszuwerden. Resultat: Manchmal liegt solcher im Raum vor dem Müllschlucker,manchmal auf den Gängen, in den Fahrradräumen und natürlich vor allem imMüllkäfig. Wie das aussieht? Manchmal wie ein Gerümpelplatz, verschmutzt, sehroft grauslich, so richtig zum Ko.....!
    Vor einiger Zeit gab es Versuche, einen eigenen Raum für Sperrmüll zuschaffen um so die lieben GemeindemieterInnen davon zu befreien. Soferne meineInformationen stimmen, war die Mietervertretung aber dagegen. Warum? Ich weißes nicht, wahrscheinlich hätte es etwas gekostet.

    Wenn nun jemand kein Fahrzeug hat, wie wird er den Müll dann eigentlichwirklich los? Das ist eine Frage, auf welche die MA 48 in früheren Jahren tatsächlicheine Antwort hatte. Aber das war einmal, jetzt wird ja vor allem gefeiert.

    Mülltrennung


    Hervorragend, wie diese in Wien funktioniert. Man kommt sich echt wie einTrottel vor, wenn man den Müll sorgfältig trennt und in den jeweiligenContainer wirft, denn dem Müll einen Blick nachzuwerfen ist für jemanden derMülltrennung ernst nimmt ein stetes Frusterlebnis.

    Ein nicht unerheblicher Teil der GemeindebaumieterInnen versteht unterMülltrennung nur eines:

    SICH VOM MÜLL ZU TRENNEN, EGAL WIE UND ZU WESSEN LASTEN.


    Da findet sich dann alles, was es nur gibt und dort absolut nichts zu suchenhätte.

    Vor wenigen Wochen war die Müllschnecke kaputt und die normalen Mülltonnenstanden im Müllkäfig. Das heißt, u. a. neben den Behältern für die Metalle. Eshätte somit lediglich zweier Schritte bedurft, aber nein: Der normale Müll warvoll, wirklich voll mit Bierdosen, Kunststoffflaschen usw. Ob es sich dabei umDummheit oder Bosheit handelt, wäre reichlich Stoff für eine Dissertation.

    Oft wird damit argumentiert, es seien die MigrantInnen, die es damit nichtwirklich ernst nehmen würden. Das mag in Einzelfällen auch stimmen, aber fürviele der lieben "Eingeborenen" ist es lediglich ein Vorwand füreigenes Fehlverhalten.

    Es ist jedoch ein Faktum, dass die Hinweisschilder auf den Containern schonlängst verblasst sind und dort wo solche hingehören, nämlich über dieseMülltonnen, keine vorhanden sind. Seitens des Großteiles derMietervertreterInnen hieß es einst lapidar: Die sollen Deutsch lernen.

    Es wäre dennoch angebracht, Hinweistafeln dort anzubringen. Ich selbst hattevor geraumer Zeit eine Diskussion mit einem Mieter mit Migrationshintergrund,als ich ihn bat, keine Milchpackerln zu den Plastikflaschen zu geben. Ich mußtemir anhören, ich wisse nicht, wovon ich spräche, denn er wäre in der Kunststoffbranchetätig und er wisse, was er tut. Ich war das einst auch, hatte jedoch keineChance ihm klarzumachen, dass es sich dabei um einen Verbund- und keineswegs umeinen Kunststoff handelte.

    "Des kehrt g'feiert!"

    Halt, wir sind noch nicht soweit. Ich bin Ihnen noch die Erklärung zufrüheren Wohltaten der MA 48 an ihre BürgerInnen schuldig:

    Bis vor ca. 10 bis 15 Jahren gab es einmal im Jahr, so gegen Ende April,einen Großputz in der Ada-Christen-Gasse. Zu einem vorher angekündigten Terminfuhren am Samstag Müllautos auf und die nächsten zwei Stunden konnte jederseinen Sperrmüll ohne größeren Aufwand entsorgen, selbstverständlich sortiert.

    Da hatte die MA 48 noch ein Herz für die MitbürgerInnen, danke. Und heute?

    Ja, jetzt ist es soweit: "Des kehrt g'feiert!" Eine Abwandlung gefällig: Ja, die gehören gefeuert!

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Kommentare 1

  • Der Denker -

    Es geschehen noch Zeichen und Wunder.

    Man sollte es wirklich nicht für möglich halten, aber diesmal gibt es Grund zu Freude: Im März gibt es "Große Macht-Platz-Tage!" Es ist das eine gratis Sperrmüll-Entsorgung der MA 48 und der Dank der Gemeinschaft sollte hier der zuständigen Magistratsabteilung und ihrer Chefin sicher sein.

    Es bleibt allerdings abzuwarten, wie dieses Ereignis kommuniziert wird denn davon wird es abhängen, ob diese Aktion auch angenommen wird oder nicht. Denn verlautbart wurde sie im Stile von Werbung des Hansson-Zentrums und als solche wird sie von vielen BewohnerInnen, speziell von vielen MigrantInnen, automatisch im Papierkorb bei den Brieffächern entsorgt. Wir werden sehen.