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Der Denker

Konsumentenschutz

(01 - 02)

Der Konsumentenschutz liegt in Österreich durchaus und nach wie vor im argen. (Diese Erkenntnis stammt von 2003 und ist nach wie vor gültig, auch 2007).

Haben der VKI und Bundesminister Dr. Böhmdorfer seinerzeit auch monatelang gefightet, unter anderem mit den Banken, so blieben die Interessen der Konsumenten dennoch auf der Strecke.

Ich darf Ihnen hier auch künftig laufend  Beispiele aufzeigen und hoffe, Sie werden mir helfen, diese zu ergänzen. Auch eigene Erfahrensberichte sollen hier nicht zu kurz kommen.

 

2007-10-09 - Konsumentenschutz in Österreich - gibt es ihn?

Es tut mir sehr leid, aber ich gestehe, den Themenkreis "Konsumentenschutz" in den vergangenen Wochen und Monaten vernachlässigt zu haben.

Verdeutlicht wurde mir diese Tatsache durch meine Beiträge zum Thema "Umfragenscout" auf der Homepage. (Auf dieses Thema komme ich in den nächsten Tagen zurück.) Dadurch haben sich die Zugriffszahlen binnen kurzem wesentlich erhöht, was eben bedeutet, dass viele Menschen Probleme haben und diesen mehr oder weniger rat- und schutzlos gegenüber stehen.

Welche Institutionen stehen eigentlich in Österreich für Rat- und Hilfesuchende zur Verfügung?

1. Nun, da hätten wir vorerst einmal das Ministerium für Soziales und Konsumentenschutz. War dieses früher in Händen von Frau Haubner, so gehört es nun zum Bereich des Herrn BM. Dr. Buchinger (zu seinem Blog geht es hier). Da dieser jedoch mit vielen anderen Themen überaus beschäftigt war, kam und kommt dieses Ressort einfach zu kurz.

2. Die Arbeiterkammer. Aufgrund der politischen Entwicklung in Österreich hat auch diese an Einfluss und somit auch an Elan beträchtlich verloren. So verloren, dass der Leiter der Abteilung, ein gewisser Herr Glatz, es auch nicht mehr der Mühe wert findet, auf Schreiben, die gewisse Missstände anprangern, zu antworten.

3. Der Verein für Konsumenteninformation - "Der VKI berät Konsumenten und hilft ihnen ihre Rechte durchzusetzen." lt. Homepage. Eine Organisation im Einflussbereich von AK, ÖGB und WKÖ. Das alleine sagt leider schon sehr viel aus.  Wieso? Ganz einfach deshalb, weil die WKÖ vor allem seit den beiden Schüssel-Regierungen in Österreich enorme Einflusskraft hat. 
Beispiel:  Angenommen, Sie sind arbeitslos, Sie möchten Sinnvolles tun ohne rat- und tatenlos daheim herumzusitzen. Sie beschließen, Immigranten in Deutsch zu unterrichten, eventuell Ihre Fremdsprachenkenntnisse in Englisch ebenso zu verwerten, und Sie suchen um Anerkennung und eine kleine Unterstützung an:

Geht nicht: Solange es im Umkreis Unternehmen gibt, die Gleiches tun, ist eine solche Aktion unerwünscht, daher auch unzulässig. Selbst dann, wenn Sie und Ihre Methode jener der anderen haushoch überlegen ist. Einzementierung des Bestehenden, Verhinderung von Fortschritt.

4. Help-Konsumentenmagazin des ORF: Dieses war früher - sehr erfolgreich - eine Stunde lang zu bester Sendezeit auf Ö3 zu hören und hatte auch entsprechende Zuhörerzahlen. Nun, der Annahme zufolge, dass dadurch die Interessen der Wirtschaft eingeschränkt worden seien, eine Bestätigung dazu gibt es nicht und meines Wissens nirgendwo, musste diese Sendung auf Ö1 übersiedeln, ein Sender den ich persönlich sehr schätze, dessen Hörerschaft aber weit geringer ist, und wird nun am Samstag jeweils um 11:40 Uhr ausgestrahlt. Bitte machen Sie sich Ihre eigene Meinung, sollte meine obgenannte Annahme nicht stimmen so ziehe ich sie selbstverständlich dann zurück, wenn man mir diese nachvollziehbar widerlegt.

Nun werden Sie sicher wissen wollen, wie effizient die vorgenannten Stellen tatsächlich sind, oder? 
Ich habe dazu ein Beispiel für Sie:

Vor ca. drei bis vier Jahren hatte ich längere Zeit einen Internet-Provider, dessen Zentrale sich in einem westlichen österr. Bundesland befindet. So weit, so gut, viele Monate lief der Zugang zum Web ebenso klaglos wie dessen Abrechnung. Die Abrechnung erfolgte stets nach Aufkommen der Internetverbindung, also jeweils nach Dauer der Verbindung. Dann aber kam es:

Plötzlich, ab einem gewissen Zeitpunkt,  erhielt ich Monat für Monat eine Kostenvorschreibung, das heißt es wurden Verbindungszeiten verrechnet, die mehrere Monate lang immer die selbe Höhe hatten. Nun ist aber höchst unwahrscheinlich und somit auch einleuchtend, dass es schier unmöglich ist, Monat für Monat genau 43 Std., 27 Min. und 18 Sek. Verbindung gehabt zu haben.

Auf diesen Umstand habe ich darauf hin mehrmals sowohl telefonisch als auch schriftlich zuerst hingewiesen, dann protestiert, jedoch ohne jede Reaktion, ohne jeden Kommentar. Nachdem ich die Zahlung eingestellt hatte, übergab man diese Angelegenheit sogar einem Inkassobüro.

Es blieb mir somit keine andere Wahl, als mich einerseits an das Ministerium und andererseits an den VKI zu wenden.  Resultat: Der Provider hat nach längerem seine Mahnungen doch eingestellt, eine Erklärung geschweige denn eine Entschuldigung blieb aus. 

Der Haken daran: Beim Ministerium musste ich mehrmals urgieren, um dann letztlich ein Schreiben zu erhalten, welches nachweislich einen Monat rückdatiert war! Und der VKI: Auch dort habe ich selbstverständlich urgiert. Resultat: Tut uns leid, aber der Akt ist unauffindbar.

Gestatten Sie mir nun die Frage:  

Was tut jemand, der sich in einer solchen Sache nicht richtig zu artikulieren versteht, sich nicht entsprechend wehren kann?

Er kommt unter die Räder. - Wollen wir das?

Andere Themen dazu siehe unterhalb: 

- Das Thema Lockangebote, sprich ein sehr preisgünstiger Artikel, in das wöchentliche Flugblatt aufgenommen, aber jeweils nur fünf (5!) Stück pro Filiale, sollte für eine Woche reichen, ist aber nach 20 Minuten Öffnungszeit am ersten Aktionstag ausverkauft. (In einem dokumentierten Falle hatte sich schon der Gebietsleiter des betreffenden Unternehmens ein Exemplar einverleibt.) - Mehrere solcher Fälle wurden aufgezeigt, die AK blieb offensichtlich untätig oder hatte "keine Handhabe", diesbezüglich auch die Nennung von Herrn Glatz von oben.

- Ein neues Thema: Gewinnspiele. Welche gesetzlichen Vorgaben gibt es für diese, um Missbrauch zu vermeiden? (Über dieses Gewinnspiel kann kein Schriftverkehr geführt werden!). Welche Maßnahmen findet man in Unternehmen, um zu verhindern, dass die besten und wertvollsten Gewinne nicht an Günstlinge der für diese Gewinnspiele Verantwortlichen zugeschanzt werden? 

2007-03-20 - Die Firma Hofer

Die Handelskette Hofer (Aldi, BRD) bewirbt in den Flugblättern für ihre heute begonnene PC-Aktion auch USB-2-Memo Sticks mit 2 GB zu einem Preis von knapp unter € 20,--.

Echt preiswert, keine Frage. Für jemanden, der von monatlich € 220,- Notstandshilfe leben muß, eine Notwendigkeit, wenn man einen solchen Artikel dringend braucht.

Nun hat sich aber gezeigt, dass es sich hier um einen Lockartikel handelt dürfte. Denn in einer Favoritner Filiale war davon wenige Minuten nach 13:00 Uhr nichts mehr zu sehen. "Schon lange aus", hieß es.

Es ist das nicht das erste Mal, es wird auch nicht das letzte sein. Es ist aber einerseits unerträglich, dass diese Firmen solche Aktivitäten für notwendig erachten, und andererseits ist es inakzeptabel, dass AK, Konsumentenschutz und das dafür zuständige Ministerium seit vielen Jahren nichts dagegen unternehmen. 

Ich werde AK und Ministerium entsprechend informieren und die betreffende Firma um eine Erklärung bzw. Gegendarstellung bitten. 

Hier bleiben Sie auf dem Laufenden.

 

Nachtrag von 16:15 Uhr, zu einem Telefonat mit der Firma Hofer:
Es wurde mir sehr freundlich und entgegenkommend erklärt, in einzelnen Filialen wären noch Exemplare des gewünschten Artikels vorhanden und man könne mir einen in die betroffene Filiale zur Abholung schicken. Das kann auch ein kritischer Konsument akzeptieren, danke!
 

Eine Frage bleibt trotzdem: Wie sind die Vorgaben für Handelskonzerne, wenn sie Artikel bewerben? In ausreichender Anzahl? Wäre "ausreichend" auch ausreichend definiert? Danke für eine ausreichende Antwort! 
(Wenn ich keine solche bekomme, werde ich sie wohl von den Verantwortlichen einfordern müssen. Von den Verbrauchern selbst auf Unterstützung zu warten, ist aussichtlos, leider!)

 

2007-02-15 - Auch aktuell

Vor der leider erzwungenen mehrmonatigen Auszeit dieser Homepage erhielt ich mehrere Zuschriften, die sich mit Konsumentenschutz befassten und wo ich gebeten wurde, zu intervenieren. Leider war mir dies zu jenem Zeitpunkt nicht möglich, doch werde ich mich künftig verstärkt auch diesem Thema widmen. 

Daher: Danke im voraus für Ihre Mitarbeit und Ihre Zuschriften. Die email-Adresse lautet: der_denker@chello.at.

2007-02-15 - Aktuell, aktueller denn je!

- Der Beitrag von 2006-05-24 hat - wie leider zu erwarten war - nichts gebracht. Er wurde nicht einmal ignoriert, die Frage ist nun: Wurde er überhaupt verstanden?

- Der Beitrag von 2005-12-20 mit dem Thema "Ladenschlusszeiten" ist ebenfalls nach wie vor aktuell. Die Änderungen dazu werden demnächst hier festgehalten.

2006-05-24 - Lockangebote einiger großer Handelsunternehmen! 

Kennen Sie das? Sie fahren zum nächsten Supermarkt, weil Sie einen Gegenstand oder ein Nahrungsmittel erstehen möchten, welches als Schnäppchen, als Sonderangebot und was es an Bezeichnungen dafür sonst noch gibt, erstehen möchten.

Von diesem so günstig angebotenen Artikel ist jedoch im ganzen Lokal, ja auch in den anderen Filialen, nichts zu sehen. Wenn man dann fragt, bekommt man teils bedauernde Antworten (bei MitarbeiterInnen, die sich der Mogelei bewußt sind) oder auch eher freche wie "Das muß ich als Drohung auffassen" wenn man ihnen sagt, dass man es nicht dabei bewenden lassen möchte.

Derzeit läuft ein von mir initiertes Verfahren der AK gegen eine dieser Firmen, eine zweite derartige Angelegenheit bereite ich derzeit vor.

Bitte helfen Sie mit und geben Sie mir bekannt, wann, wo und bei welcher Firma Sie solche Vorkommnisse registriert haben. Im Idealfall mit dem zugehörigen Prospekt und dem Datum Ihres versuchten Einkaufs. e-mails bitte an der_denker@chello.at

Die erste derartige Aktion läuft bis 30.8.2006, die Unterlagen und Daten werden dann gesammelt an Verbraucherschutzministerium und Konsumentenschutzorganisationen  weitergegeben. Später einlangende Berichte werden aber weiter registriert und verarbeitet. 

Danke für Ihre Mithilfe, weitere Info`s folgen.

2005-12-20 - Freigabe der Ladenöffnungszeiten? 
Ja, unbedingt und überhaupt!

Und warum? - Ja, warum eigentlich wirklich?

Darum:

  1. Damit die ausländischen Touristen einkaufen können, auch dann, wenn derzeit schon überall geschlossen ist.

  2. Damit die österr. Konsumenten nicht in die nördlichen (CZ), östlichen (SK, H) und südlichen (SLO) Nachbarländer ausweichen müssen.

  3. Damit mehr Arbeitsplätze geschaffen werden und dadurch die Zahl der Arbeitslosen sinkt.

Stimmt das überhaupt?

Nein, es stimmt nicht, und wenn dann nur sehr bedingt!

1/ Damit die ausländischen Touristen einkaufen können, auch dann, wenn derzeit schon überall geschlossen ist.
Das betrifft vor allem die betuchten Touristen, jene, die sich in der Innenstadt von Wien, den Landeshauptstädten und in den Tourismuszentren tummeln. (Ob aber gerade jene über eben diese Innenstädte hinaus auf Shopping-Tour gehen – von der SCS und anderen Shopping-Tempeln einmal abgesehen, aber dazu kommen wir sowieso noch – bleibt zu bezweifeln.) 

Die wichtigste Frage aber ist und bleibt hier:

-         Was sollte bzw. wie sollte man diese Touristen dazu bewegen, das gerade bei uns zu kaufen, was es in allen anderen europäischen Einkaufs- bzw. Stadtzentren sowieso genau so gibt? Und zwar in mondänen Geschäften mit selbem Identity-Design der Global Player, von Armani über Swarovski und was weiß ich noch.

-         Wieviel Umsatz würden diese Luxusgeschäfte am Sonntag in den durch sie mittlerweile verschandelten Stadtzentren wirklich machen? Und wer würde davon profitieren?  
(Do you remember? “If it is Thuesday this must be Belgium!” – Nowadays it would be: “If it is Tuesday this must be VACI UT, if it is Wednesday this must be KÄRNTNERSTRASSE and GRABEN and if already it is Thursday it must be PARIZSKA and VACLAVSKE NAMESTI (Wenzelsplatz).”

(Die Erklärung dazu: In den Sechzigern gab es einen amerikanischen Spielfilm, der die Europatrips der Amerikaner auf die Schippe nahm. Der Titel übersetzt hieß somit „Wenn heute Mittwoch ist so müssen wir jetzt in Belgien sein“. Heutzutage müsste es eben heißen: „Wenn heute Dienstag ist, müssen wir eben in der Vaci ut in Budapest sein, wenn heute Mittwoch ist, befinden wir uns sicherlich auf der Kärntnerstraße oder dem Graben in Wien und wenn heute gar schon Donnerstag ist dann sind das hier die Parizska und der Wenzelsplatz in Prag.

– Und dafür stünden dann in den Geschäften Eigentümer und gequälte Angestellte gelangweilt herum, oder?

Und was hätten die vielen kleinen bodenständigen österreichischen Betriebe davon?

2.  Dass die österr. Konsumenten nicht in die nördlichen (CZ), östlichen (SK, H) und südlichen (SLO) Nachbarländer ausweichen müssen.

2.1. Das Preisniveau 

- Wenn man sich die Preise in den benachbarten Städten mit nennenswertem früherem Einkaufstourismus ansieht (Tschechisch Budweis, Brünn, Bratislava und Sopron) dann sieht man vor allem beim kleinen Sopron, dass dort mittlerweile Tristesse eingezogen ist. Es gibt kaum noch wirkliche Einkaufstouristen so wie einst, vieles scheint heruntergekommen und vernachlässigt. Das Einzige was hier noch zählt sind die niedrigeren Kosten für Dental- und Kosmetikdienste. Alles andere hat längst das Preisniveau des österreichischen Marktes – manches schon darüber (!) - und kein Mensch fährt mehr deshalb in die Nachbarländer. Und wenn dann nur des Spaßfaktors wegen, weil eben das Ambiente in Bratislava oder Brünn ein anderes ist als bei uns. Die Preise für Speisen und Getränke sind aber auch dort im allgemeinen bereits angeglichen. (She. Preise)

2.2. Von wegen ausweichen müssen:

-         Eines jener Unternehmen, welches ganz vehement auf die Sonntagsöffnung drängt, ist der Global Player IKEA. Dieses Unternehmen aber hat selbst Einkaufshäuser in BRÜNN, in BRATISLAVA und in BUDAPEST. (Zugegeben, die Soproner werden eher in die SCS als nach Budapest fahren, aber das ist ein anderes Thema).

-         Ein anderes Unternehmen, nämlich SPAR, um exakt zu sein INTERSPAR, hat erst vor kurzem ein großes Einkaufszentrum in Sopron eröffnet. Die Preise?

-         Die Preise: Einen Vergleich von Preisen und Löhnen trage ich demnächst nach. Ich möchte dazu noch einiges recherchieren. Aber auch hier werden Sie sicher von den Resultaten überrascht sein. (Frei nach Karl Farkas: Seh’n Sie sich das an.)

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(2005-12-28 - Leider war es mir noch nicht möglich, die angekündigte fundierte Recherche durchzuführen. 
Vorab jedoch so viel: 

a. Viele der Waren des täglichen Gebrauchs sind in den östlichen Nachbarländern ebenso teuer wie bei uns, mitunter sogar noch teurer.

b. Die Löhne und Gehälter in der Produktion und im Handel dieser Waren liegen im Schnitt weit unter unserem Niveau, mitunter verdienen die Menschen dort ein Fünftel dessen, was die Firmen bei uns bezahlen (müssen).

c. Viele der Waren, die in unseren Nachbarländern angeboten und verkauft werden, sind aber bereits Produkte, die im Land selbst produziert werden. Was das bedeutet?

d. Bei Waren, die zu einem Fünftel unserer Arbeitskosten produziert werden und bei welchen die Preise unserem eigenen Niveau entsprechen, ist es für unsere Mitmenschen jenseits unserer Grenzen eine Abzocke der übelsten Art!)

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3. Damit neue Arbeitsplätze geschaffen werden! Werden sie geschaffen?
Nein, werden sie nicht, und wenn, dann wieder nur sehr bedingt! Es müsste nämlich heißen: Werden vollwertige Arbeitsplätze geschaffen? Arbeitsplätze, von deren Arbeit bzw. Bezahlung man auch leben kann?
Werden sie? Nein, nein und nochmals nein.

-         Wenn überhaupt dann werden neue Teilzeitplätze geschaffen. Teilzeitplätze, die als Ersatz für Vollzeit- und Vollwertplätze dienen, die man im Gegenzug dazu vermehrt abzuschaffen bemüht ist. Es gibt nämlich keine Vereinbarung zwischen den Sozialpartnern, dass zumindest ein gewisser Prozentsatz an Vollzeitplätzen erhalten bleiben muss. (Wenn doch so bitte ich um Benachrichtung).

-         Der einzige Effekt ist, dass die Handelsangestellten, das Verkaufspersonal, noch mehr unter Druck kommen als bisher. Die psychische Belastung jener, die auf einen Arbeitsplatz angewiesen sind, wird erneut erhöht, bei manchen steigt sie ins Unermessliche, um nicht zu sagen ins schier Unerträgliche. Krankheit, zerrüttete Familien und Verzweiflungstaten nehmen kontinuierlich zu, parallel dazu auch die Armut.

Die Lebensqualität sinkt weiter, die Macht der Betriebe auf dem Arbeitsmarkt wird weiter verfestigt.

WAS ALSO IST DIE TRIEBFEDER DES BEGEHRENS?

Ganz einfach: Den Marktanteil – und damit die Macht - zu erhöhen! Na und, ist doch normal, oder?.

Mag sein dass es normal ist, aber nicht alles was normal ist, ist auch wirklich gut, sinnvoll und hilfreich. In diesem Fall hat es sogar drastische Auswirkungen. Welche?

-         Gehen Sie einmal durch die Lerchenfelderstraße (ein Beispiel von vielen). Diese war einmal eine anerkannte Einkaufsstraße und wenngleich nicht eine der ersten, so gab es doch etliche interessante Geschäfte. Doch nun werden Sie dann, wenn Sie schon lange nicht mehr dort waren, überrascht sein, wie abgesandelt sie jetzt ist. Viele Geschäfte stehen leer, mancher Lokale Erscheinungsbild ist eher abstoßend und viele Bewohner der Gegend sehen ihre Nahversorgung schon gefährdet.

Was aber hat das beispielsweise mit dem Marktanteil zu tun?
Zuvor haben wir festgestellt, dass die vorgebrachten Argumente der Befürworter eine Mär sind. (Könnte man sicherlich auch anders bezeichnen.) Das heißt, ein neu gewonnener Marktanteil geht zu Lasten der vielen kleinen Handelsunternehmen, die über viele Jahrzehnte die Nahversorgung der Bevölkerung sichergestellt haben.
Wie das zu verstehen ist? Nun:
- Wenn beispielsweise die Geschäfte in den Einkaufstempeln ihren Marktanteil vergrößern, dann heißt das zwangsläufig, dass wieder irgendwo die kleineren Geschäfte Umsatzverluste gemacht haben. Die Folge davon: Noch höhere Verluste, noch größerer Kaufkraftabfluss, Konkurs – zumeist mit unweigerlich folgendem Ausgeliefertsein gegenüber den Gläubigern, vor allem den Banken, und - besonders schlimm – der Verlust weiterer Arbeitsplätze.

-         Wenn eine Sonntagsöffnung kommt, dann kann der Großteil der Kleinbetriebe nicht mithalten, und wenn, dann
- entweder nur durch viel höhere Kosten aufgrund der Lohnaufschläge, oder
- nur durch sehr massiven Verlust an Lebensqualität, weil deren Eigentümer selbst hinter der Pudel stehen müssen. Das wieder bedeutet für einen Großteil dieser Handelstreibenden einen weiteren sozialen Abstieg. (Die Betonung liegt hier auf weiteren.)

-         Damit nicht genug: Für den Konsumenten hat es weitere schwerwiegende Konsequenzen:

- Wenn die Marktkonzentration steigt, so steigt damit auch die Macht der Konzerne. Diese können dadurch weiteren Druck auf die – noch verbliebenen – mittelständigen Produktionsbetriebe des täglichen Bedarfs ausüben. Das heißt, sie steigern beispielsweise den Absatz der Eigenmarken a la CLEVER durch Preisnachlässe und Preisstützungen und zwingen dadurch die mittelständigen Betriebe zu noch größeren Nachlässen und sonstigen Vergünstigungen. Die Folge:

- Deren Margen sinken weiter, die Rentabilität ist gefährdet, die Abhängigkeit von den Geldinstituten vergrößert sich, und irgendwann ist es dann unweigerlich aus. Aus für den Betrieb, für die Wertschöpfung, die Einnahmen des Staates für Steuern und Sozialsystem und letztlich wieder für in die Hunderten gehende Arbeitsplätze.
(Für den kleinen Unternehmer heißt es dann lapidar: „Kennen Sie Ihren Mitbewerb? Ja, na dann wissen Sie ja selbst genug: Bei uns sind Sie ausgelistet!“ Schmecks, das war´s dann. Und das ist leider nicht erfunden, es ist das eine Begebenheit aus eigener Erfahrung.)

Und langfristig noch ein Nachteil für die Konsumenten: Die Zahl der Produzenten sinkt, die Auswahl an Produkten ebenfalls. Damit wird aber auch die Qualität laufend schlechter, denn dann haben die Großkonzerne beinahe schon uneingeschränkte Macht. Die große Gemeinschaft der Verbraucher zeichnet dagegen nur eines aus: OHNMACHT.

-         Wenn Sie – ja, Sie – nun weiterhin aus Bequemlichkeit, Trägheit oder was sonst auch immer – für verlängerte Öffnungszeiten im Handel sind, so ist es sicherlich Ihr gutes Recht, zugegeben. Es ist aber auch das gute Recht jedes anderen Konsumenten, Sie – ja, wieder Sie – auf die Konsequenzen für alle – auch für Sie – aufmerksam zu machen. Vielleicht würden Sie diese im Moment auch gar nicht stören, aber muss das für alle Zukunft so bleiben? Sind Sie sich dessen wirklich sicher?

Das ist auch das Problem in der Szene der Arbeitslosen: Solange man nicht selbst betroffen ist, möchte man davon nichts wissen. Und bei Betroffenheit möchte man darüber nichts sagen, geschweige denn, sich zu outen oder gar zu engagieren. Es ist das ein Teufelskreis!

Ich dürfte Sie nicht einmal dazu ermuntern, Betriebe, die von ihren vehementen Forderungen nach Sonntagsöffnung nicht abzurücken bereit sind, zu meiden. Hiermit verzichte ich auch ausdrücklich darauf, Sie – ja, Sie! – zu irgend etwas zu ermuntern, aufzufordern oder was sonst auch immer. Ich tu das aber auch ganz ausdrücklich unter schärfstem Protest, denn für mich ist das eine ganz eklatante Einschränkung meiner ganz persönlichen Menschenrechte, eben als Mensch, als Konsument und als mündiger Staatsbürger der Republik Österreich. Für mich ist auch es eine Schande, dass die Menschen sich das so ohne weiteres gefallen lassen.

Zu einem kann, möchte und werde ich Sie hiermit aber schon auffordern:

Helfen Sie mit, dieses Gesetz zu eliminieren, zwingen wir die Politik, die Interessen der Konsumenten, der arbeitenden Bevölkerung – soweit es noch etwas zu arbeiten gibt - zu wahren und nicht jene der Großkonzerne!

Wie Sie helfen können? Vielschichtig, unter anderem mit der Beantwortung folgender Fragen:

1/ Wie ist die Gesetzeslage in der EU generell?

2/ Wie in Ländern ausserhalb?

3/ Welche Möglichkeiten gibt es, gegen dieses Gesetz im Rahmen der EU und auch international dagegen anzukämpfen?

4/ Wer hat dieses Gesetz ursprünglich erlassen und wann, wer ist ursächlich dafür verantwortlich?

5/ Was war der Anlass dazu?

6/ Was können wir gemeinsam dafür tun, dieses Gesetz zu eliminieren?

PS.: Ein Aspekt ist hier noch nicht zur Sprache gekommen: Die Lebensqualität unserer Gesellschaft im Falle, dass die Ladenöffnungszeiten freigegeben werden. Werden wir gemeinsam nachtragen, okay?

 

Definition von Konsumentenschutz - Wunschtraum und Wirklichkeit - Beitrag kommt demnächst

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Aktualisierung:  2009-05-22

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